Hartensteiner Oberschüler starteten Wetterballon Projekt „TENACITY“ erfolgreich

Einen Wetterballon bis auf 37.500 Höhenmeter aufsteigen lassen? Kein Problem, dachten sich die Schüler der Arbeitsgemeinschaft Astronomie an der Paul-Fleming-Oberschule in Hartenstein.

Bereits im November 2018 versuchten die Mitglieder der AG im Rahmen eines Ballon-Experiments, die Stratosphäre zu erobern. Sie wollten ganz genau wissen, wie es da oben ist… Und dabei hofften sie auch, selbst zu beweisen, dass unsere Erde wirklich rund ist. Fast so wie richtige Raumfahrer, denn die sehen unsere Erde als runden Körper! Nun, beim ersten Startversuch erreichten wir mit unserem Projekt eine Gipfelhöhe von 17 860 m und unsere Sonde fanden wir bei Berlin wieder. Später erfolgten noch zwei weitere Starts mit einer erreichten Gipfelhöhe von 32 500 Meter. Damals gelangen uns wegen verschiedener Umstände keine guten Aufnahmen von ganz oben. Schade, dachten wir damals…„Im Dezember 2023 haben wir uns gefragt: wie könnten wir unsere Schulzeit hier abschließen? Wir haben bereits in der 5. Klasse schon an einem Projekt von Herrn Kalauch mit einem Wetterballon teilgenommen und da dachten wir uns: wie es begonnen hat, so beenden wir es auch.“ So Dylan Leffin aus Langenbach, einer der Hauptorganisatoren des Projektes im Interview mit dem MDR.Nachdem die Finanzierung des Projektes in Höhe von fast 3000€ durch Sponsoren abgeschlossen war, wurden sämtliche Bauteile für das Projekt bestellt und anschließend die am Ballon anzubringende Sonde mit fünf Kameras, drei GPS-Trackern und einigen wissenschaftlichen Experimenten von Schülern der AG Astronomie, zusammen mit dem leitenden Lehrer Herrn Kalauch und Herrn Mike Behnke vom Zeiss-Planetarium Schneeberg in eben jenem Ballon mit dazugehörender Sonde, die als Geräteträger diente, zusammengebaut. Am 14. Mai war es schließlich soweit. Nachdem der Start bereits um eine Woche verschoben werden musste, passte diesmal das Wetter. Auch alle Genehmigungen lagen nun vor; der Luftraum über Hartenstein wurde für unser Experiment gesperrt und so konnte es losgehen. Am Morgen ab 6 Uhr wurde alles auf dem Schulhof der Oberschule Hartenstein für den Start vorbereitet. Sogar ein Team des MDR war vor Ort, um über das Projekt in einer Ausgabe von „mdr um 4“ zu berichten.  Es war sehr aufregend, alles sollte nun passen. Schon Tage zuvor waren von uns vielfältige Arbeiten geschehen, um den Start vorzubereiten. Diesmal klappte alles wie am Schnürchen und auch das Befüllen des Ballons mit 5 400 Liter reinem Helium funktionierte reibungslos. Unser Abenteuer konnte beginnen… Kurz nach 9 Uhr morgens startete mit einem Countdown aller Schüler unserer Schule der Ballon mitsamt Sonde in den tiefblauen, wolkenlosen Himmel. Immer höher stieg er und überflog viele Ortschaften in westlicher Himmelsrichtung.

Der Start war erfolgreich!

Nun wurde es für uns aber erst recht spannend! Wohin flog der Ballon? Welche Höhe erreicht er? Funktionieren unsere Experimente sowie unsere Messungen? Viele Fragen, die nur die Sonde beantworten kann, wenn wir sie denn auch wiederfinden!

Somit begaben sich die vier Schüler der AG Astronomie, Dylan Leffin aus Langenbach, Tim Schneider aus Stein, Luca Bachmann aus Weißbach und Hanna Staude aus Reinsdorf zusammen mit Herrn Kalauch und Herrn Behnke, sowie dem Team des MDR auf die Suche nach dem Landeplatz der Sonde. Schon nach 3 Stunden erhielten wir ein Signal von unserer gelandeten Sonde. Wir freuten uns sehr, dass diesmal alles so reibungslos funktioniert hat. Unsere Sonde meldete sich aus einem Waldgebiet im Vogtland bei Bergen! Prima, fahren wir hin und suchen die Sonde, so dachten wir! Doch so leicht wurde es nicht. Im betreffenden Gebiet suchten wir vergeblich. Keine Sonde. Alle Bemühungen halfen nichts, die Sonde blieb verschwunden. Nun war guter Rat teuer! Nichts half. Schließlich versuchten wir den Flug der Sonde zu rekonstruieren, soweit das mithilfe der GPS-Tracker möglich war. Wir probierten alles aus und hatten Glück! Plötzlich erhielten wir ein Signal vom einzigen funktionierenden GPS-Tracker. Und so konnten wir die gelandete Sonde ganz oben in einem Baum hängend, lokalisieren. Mit einiger Mühe holten wir die Sonde, die ohne größere Beschädigungen den Flug überstanden hatte, aus der Baumkrone eines sehr hohen Baums. Unsere Sonde fanden wir zwischen den Gemeinden Bergen und Falkenstein/Vogtland wieder; diesmal flog unser Ballon nicht sehr weit. Sofort schauten wir auf unsere Kameras und Experimente: Die fünf Kameras der Sonde lieferten sehr gute Aufnahmen. Sie zeigen nicht nur sehr gute Bilder unserer Region von ganz oben, sondern ab einer gewissen Höhe ist auch die Krümmung unserer Erdkugel zu sehen. Großartig, wie toll unsere Erde aussieht! Die Atmosphäre ist als sehr dünner Streifen zu erkennen. Sie trennt wunderbar die Erdoberfläche von der Schwärze des Weltalls! Unser Ballon erreichte die geplante Gipfelhöhe von etwa 36.750m. Die tiefste, gemessene Temperatur während des Flugs betrug -51,9°C.

Das Projekt ist für uns insgesamt ein voller Erfolg, worüber wir sehr froh sind. Natürlich gibt es weitere Ideen, denn was wären wir, wenn uns die Fragen ausgehen?!

Abschließend möchten wir nicht versäumen, uns bei allen Helfern zu bedanken, die uns sehr tatkräftig unterstützt haben. Einen besonderen Dank gilt allen Sponsoren, ohne die unser Flug in die Stratosphäre nicht möglich geworden wäre. Herzlichen Dank – und nun wissen wir es ganz genau, unsere Erde ist wirklich rund! WIR können es beweisen.

Luca Bachmann, im Namen der Mitglieder der AG Astronomie

 

Vorbereitung des Starts auf dem Schulhof der Oberschule Hartenstein

Moment des Platzens des Ballons

Bild des Experiments kurz nach Platzen des Ballons

Aufnahme der Erdkrümmung